Logitech: Am Abgrund zur Hölle?

Die Umsatzsteigerung von Logitech liegt nicht mehr wie in den letzten 34 Quartalen im zweistelligen Bereich – und das auch, so wie ich finde aus gutem Grund. So sprechen mich die neuen Produkte von Logitech im Gegensatz zu den alten überhaupt nicht mehr an.

So gibt es bei Tastaturen entweder die teuren „Gamerversionen“ mit integrierten Display zur Anzeige von System oder Spielinformationen, die ebenfalls sehr teuren „Lifestyleprodukte“ die meist sehr flache Tasten haben, wie diese von Notebooks bekannt sind und dann noch die klassischen Tastaturen, die aber alle einen gedrehten Positionsblock (der über den Pfeiltasten) mit einer Entfernentaste in doppelter höhe und dafür keine Einfügentaste mehr (die ich aber gerne in ViM nutze).

Ebenso bei den Mäusen – hier gibt es entweder auffällige, zu riesige und teure Alleskönner, oder kleine (für mich unbedienbare) Notebookmäuse. Auch bei den Webcams sieht es nicht besser aus. Hier bietet Logitech eine unüberschaubare Vielfalt und die Unterschiede (sofern sie bei bestimmten Modellen überhaupt existieren) liegen oft nur in einem, für den Kunden unersichtlichen Detail.

Bei der letzten Überarbeitung der Logitechhomepage wurde auch kräftig bei den Produktseiten aufgeräumt. So fehlen in den „Technischen Details“ alle Informationen zu einem Produkt, die Interessant wären.
Bei den Webcams wäre z.B. interessant ob diese schon den neuen UVC-Standard unterstützen, der eine Funktion von Webcams ohne speziellen Treiber durch den Hersteller zulässt – Mac- und Linuxbenutzer wären über diese Information sehr dankbar.
Auch (nur um mal ein Beispiel zu zeigen), kann man sich die MX™1000 Laser Cordless Mouse ansehen und vergeblich nach der Abtastrate, der verwendeten Funkübertragungstechnik oder auch nur der Akkulaufzeit suchen. Dafür findet jetzt auf jeder Seite ein grosses Windowslogo, das auf die Kompatibilität mit Vista verweist – andere Betriebsysteme werden meist, wenn überhaupt nur am Rande erwähnt.

Auf der neugestalteten Treiber und Supportseite sieht es leider auch nicht besser aus. Treiber können über eine Liste von Produktbezeichnungen oder auch mit einer Bilderliste gesucht werden – ein Hinweis wie der Benutzer die Produktbezeichnung rausbekommt (ja nicht jeder weiss diese auswendig) indem dieser z.B. einfach seine Maus oder Tastatur umdreht und auf das Etikett sehen soll fehlt.
Hier wurden Treiber zu nicht mehr unterstützenswerter Hardware oder auch zu bestimmten Betriebsystemen entfernt und in eine „Legacy“-Kategorie verschoben, die hinter dem (nicht gerade gut bezeichneten) Link „Produkt immer noch nicht gefunden?“ in der Produktsuche steckt.

Zu den Treibern muss man auch noch gesagt haben, dass bis jetzt niemand verstanden hat, warum ein Maustreiber(!) für Windows XP 50 MB oder für Windows Vista sogar 60 MB gross ist, der sich bei der Installation bestimmt auf das doppelte der Downloadgrösse entpacken dürfte.

Alles Gründe, warum ich heute kein Zubehör mehr von Logitech habe, obwohl ich früher immer Tastatur, Maus und auch Webcam von Logitech hatte.

Quelle:
Golem: Logitech: Kein zweistelliges Wachstum mehr

Ein Gedanke zu “Logitech: Am Abgrund zur Hölle?

  1. Vista – igitt! Logitech – teuer! Ich hab ein Notebook von Acer und das funktioniert mit Logitec nicht. Naja, funktionieren schon. Aber wenn man alle Funktionen von der Logitec Hardware nutzen will, dann muß man zwangsweise auch mal Treiber installieren und die zerstören dann Programme, die das Notebook eigentlich benutzen sollte. Da ich selbst aus dem Support eines Herstellers komme, muß ich dir leider sagen, dass jeder Hersteller für Vista Treiber in einer nicht mehr ganz so „schönen“ Größe präsentieren wird. Vista ist ein Platzfresser und das nicht zu knapp!😦

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